Für Mutter und Kind?

Bei Durchfällen im Säuglingsalter muss ein Arzt zu Rate gezogen werden, denn sie können schnell lebensbedrohlich werden. Ab einem Alter von etwa 2 Jahren lassen sich die Beschwerden mit einfachen Maßnahmen meist rasch lindern.
Schwangere und Stillende sollten bei Durchfall vor allem reichlich trinken.

Ursachen und Beschwerden von Durchfall bei Kindern

In den meisten Fällen werden akute Durchfälle bei Kindern durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren verursacht. Bei Kleinkindern muss jedoch außerdem an eine Vergiftung, z.B. durch Verschlucken von Teilen von giftigen Zimmerpflanzen (z.B. Christusdorn, Weihnachtsstern) oder Gartenpflanzen (z.B. Goldregen, Rizinus) gedacht werden.
Bei gestillten Kindern fällt die Abgrenzung zwischen normalem Stuhlgang und Durchfall meist etwas schwerer. Denn bis zu sechs ungeformte Darmentleerungen pro Tag werden bei gestillten Säuglingen noch als normal betrachtet werden, solange kein Blut ausgeschieden wird und die Gewichtszunahme normal verläuft.

Weitere typische Symptome von infektiös bedingtem Durchfall bei Kindern sind:

  • Bauchschmerzen

  • Erbrechen

  • Fieber

  • Appetitlosigkeit

Folgende schwerwiegende Erkrankungen bei Kindern können auch mit Durchfall verbunden sein:

  • Nahrungsmittelallergien oder -unverträglichkeiten (z.B. Milchallergie, die Gluten-Unverträglichkeit Zöliakie)

  • angeborener Mangel von Verdauungsenzymen



Bei Ernährungsumstellungen (z.B. nach dem Abstillen) kann es zu Veränderungen der Stuhlbeschaffenheit kommen, die sich als Durchfälle, aber auch als Verstopfung äußern können.
Auch während oder nach einer Therapie mit Antibiotika neigen Kinder zu Durchfällen.

Behandlung von Durchfällen bei Kindern

Bei Kindern ist ein vorübergehender Durchfall meist nicht behandlungsbedürftig, da er nach dem Ausscheiden der Krankheitserreger meist schnell beendet ist. Wichtig ist jedoch ein rascher Ersatz von Flüssigkeit und Salzen mit Glucose-Elektrolyt-Mischungen. Gestillte Kinder werden zusätzlich weiter an die Brust gelegt.
Schon nach relativ kurzer Zeit kann bei Kindern schrittweise zur normalen Ernährung übergegangen werden. Zunächst empfiehlt sich eine Fett-arme Aufbaudiät, z.B. mit:

  • geriebenem Apfel

  • geschlagener Banane

  • Karottensuppe

  • Zwieback

  • Reisschleim

  • Kartofelbrei mit Wasser



Bei künstlich ernährten Säuglingen kann die Flaschenmilch mit einer Glucose-Elektrolyt-Mischung im Verhältnis 1:1 verdünnt werden. Zubereitungen mit Mikroorganismen können dazu beitragen, die Darmflora zu normalisieren. Loperamid-haltige Präparate dürfen bei Kindern unter 2 Jahren nicht angewendet werden.

Wichtig!

Auch wenn einige Mittel gegen Durchfall für Säuglinge und Kleinkinder zugelassen und ohne Rezept erhältlich sind, dürfen die Präparate in dieser Altersgruppe nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden. Die Einnahme von Loperamid ist Kindern unter zwölf Jahren nur auf ärztliche Verordnung vorbehalten.

Durchfall in Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere sollten besonders sorgfältig auf ausreichenden Flüssigkeitsersatz achten. Da zur Anwendung von Loperamid in Schwangerschaft und Stillzeit zu wenige Erfahrungen vorliegen, sollte der Wirkstoff in dieser Zeit vorsichtshalber nicht angewendet werden.
Quellen:
*Die Angaben zu Medikamenten stützen sich im wesentlichen auf das Standardwerk:Schaefer/Spielmann/Vetter "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit", Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 7. Auflage (2006) und können von den Angaben im Beipackzettel abweichen. Bei Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten in der Schwangerschaft oder Stillzeit konsultieren Sie bitte Ihren behandelnden Arzt.


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